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Für einen echten Neustart in Gesundheit und Pflege

In einem guten Gesundheitssystem muss der Maßstab nicht Gewinnmaximierung, sondern eine gesunde Bevölkerung sein.

Patienten sind keine „Fallpauschalen“, sondern Menschen. Nicht permanent genutzte Aufnahmemöglichkeiten sind keine „Überkapazitäten“, sondern Sicherheitsreserven.

Gute Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht nur ein Kostenfaktor. Sie sind zuallererst ein Qualitätsmerkmal.

Eine verlässliche Gesundheitsversorgung sichert eine Behandlungsgarantie für alle Menschen.

Ein gerechtes Gesundheitssystem bietet die bestmögliche Versorgung mit ganzheitlichen Präventionsangeboten, einer guten Versorgungsqualität und Zugang zu modernen Therapien. Und das alles unabhängig vom Einkommen, an jedem Ort, für alle Versicherten.

Auch die besonderen Belange der Menschen mit Behinderung müssen stärker bei der Betrachtung der gesundheitlichen Versorgung mit einbezogen werden. Wir brauchen behindertengerechte Krankenhäuser, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet sind.

Ich möchte, dass alle Menschen in NRW bei Fragen ihrer Gesundheit, Pflege, Versorgung und Vorsorge nicht hinten anstehen müssen, sondern gleichberechtigt behandelt und transparent informiert werden.

Arbeitsbedingungen endlich verbessern

Die Hauptgründe für den Fachkräftemangel im Gesundheits- und Pflegebereich sind die schlechten Arbeitsbedingungen und die fehlende angemessene finanzielle Wertschätzung für die anstrengende Arbeit.

Ich möchte mich dafür einsetzten,

  • dass eine am Pflegebedarf orientierte Personalbemessung sowie die 35-Stunden-Woche in der Pflegebranche eingeführt wird;
  • dass angemessene Löhne mit einem flächendeckenden Tarifvertrag gesichert werden;
  • dass die Aufwertung der Pflegeberufe, durch mehr Entscheidungsmöglichkeiten und Kompetenzerweiterungen erreicht wird.

Das Fallpauschalen-System überwinden

Ich möchte die Abkehr vom Fallpauschalen-System. Das System ist so konzipiert, dass Krankenhäuser im Behandlungsfall eine feste Pauschale erhalten. Bleiben die Kosten darunter, macht die Klinik Gewinn. Um die Behandlungskosten gering zu halten und die Klinikfinanzierung zu sichern, wurde vor allem am Personal gespart, oder es werden Patientinnen und Patienten zu früh entlassen. Das hat zum Beispiel in der Kindermedizin dazu geführt, dass unrentable Plätze für Kinder mit hohem Pflegeaufwand abgebaut wurden, so dass Eltern mit ihren kranken Kindern vor verschlossenen Krankenhaustüren standen – weil kein Platz mehr für sie da war. Patientinnen und Patienten sind keine Waren. Die Behandlung muss sich nach dem richten, was medizinisch notwendig ist, und nicht danach, was dies kostet.

Vollkaskoversicherung in der Pflege

Wer sein Leben lang gearbeitet oder Kinder großgezogen hat, verdient Anerkennung und Respekt.

Pflegebedürftigkeit darf nicht zum Armutsrisiko für einen selbst oder die Kinder werden. Daher fordere ich, dass sämtliche Pflegeleistungen von den Pflegeversicherungen bezahlt werden müssen.

Öffentliche Verantwortung für Gesundheit ist unerlässlich

Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass der öffentliche Gesundheitsdienst unzureichend ausgestattet ist.

Unsere Gesundheitsämter müssen aufgewertet, modernisiert und systematisch viel stärker und breiter personell aufgestellt werden. Dieser Aufgabe muss das Land nachkommen.

Pflegende Angehörige stärken

Pflege findet nicht nur in Einrichtungen, sondern auch zu Hause durch die Angehörigen statt.

Pflegende Angehörige leisten Enormes und müssen sozialversicherungsrechtlich besser abgesichert werden. Sie brauchen zudem mehr Beratungsmöglichkeiten.

Eine Landespflegegesellschaft könnte dafür einen neuen Rahmen schaffen. In ihr geben wir den Gewerkschaften ein Mitbestimmungsrecht. Im Zusammenspiel der häuslichen Pflege mit beruflichen Pflegekräften braucht es Standards für eine gute Arbeit.